Von der Veranstaltung wurde eine Tonaufzeichnung angefertigt (Größe 104 MB, Format MP3).
Die Rechnung schnell per Mausklick bezahlen, die Bücher bei amazon bestellen und die Möbel günstig bei ebay ersteigern, kurz die Oma übers Internet anrufen und später mit Freunden im Chatroom treffen, die neue Krankenversicherung wird eben auf der entsprechenden Homepage abgeschlossen,... unser Lebensalltag wird immer mehr durch digitalisierte und technische Abläufe bestimmt und vereinfacht. Wer bei diesen schnellen Veränderungen nicht mitkommt, steht oft hinten an und hat Pech gehabt! Die Gesellschaft hat die Vorteile des technischen Fortschritts kennen gelernt: es geht schneller, bequemer, einfacher und meist unkomplizierter. Dies hat nicht nur seit langem die Wirtschaft, sondern auch der Staat erkannt. Spurensuche im Internet, Nutzung von Mautdaten, DNA-Analyse, Anti-Terror-Datei, Gesundheitskarte, E-Pass, die Liste der einzelnen Maßnahmen könnte endlos weitergehen. Die staatliche Gewalt passt ihr Handeln dem digitalisierten Zeitalter an und schafft teilweise neue Eingriffsbefugnisse. Vor gut zwanzig Jahren konnte eine Volkszählung nicht durchgeführt werden: Die Bürger beschwerten sich und wollten ihre Daten schützen. Dabei beriefen sie sich auf das informationelle Selbstbestimmungsrecht. Im Jahr 2007 ist dieses Recht vielen nicht mehr wirklich bekannt oder hat für sie an Bedeutung verloren. Die meisten geben ihre Daten bei Befragungen, Vertragsabschlüssen oder auf Internetseiten freiwillig an. Die Frage nach dem Warum und Wozu ist dabei nicht interessant. Man habe ja nichts zu verbergen! Die Sensibilität für die Wichtigkeit der eigenen Daten ist anscheinend verloren gegangen.
Woran liegt diese Entwicklung? Allein mit einem Wechsel der Generationen ist die Frage wohl kaum zu beantworten. Oft ist es für den Bürger nicht nachvollziehbar, wohin seine Daten gehen und wie sie genutzt werden (können). Liegt es daher an der fehlenden Aufklärung durch den Staat oder das Unternehmen? Würde der Bürger denn überhaupt entsprechende Informationen aufnehmen wollen? Oder ist notwendigerweise mit der technischen Entwicklung auch die Bereitschaft zur größeren Offenlegung von persönlichen Angaben einhergegangen? Und welchen Beitrag kann der Datenschutz in der sich ständig verändernden digitalen Welt leisten?
Die Abschlussveranstaltung der Veranstaltungsreihe "Digitale Welt - Chancen und Gefahren" bietet die Möglichkeit, mit kompetenten Referenten diese und andere Fragen zu beantworten und die unterschiedlichen Beiträge zu diskutieren.

Teilnehmer v.l.n.r.: Helmut Eppmann, Andreas Kleefisch, Lena Engelhardt (Moderatorin), Bettina Gayk
Teilnehmer:
Mittwoch, 13. Juni 2007 um 19 Uhr im Pfefferkorn, Prinzipalmarkt 8-10
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