Von der Veranstaltung wurde eine Tonaufzeichnung angefertigt (Größe 121 MB, Format MP3).
Der Mensch hinterlässt Spuren - damals wie heute. Doch anders als die Fußabdrücke, die in vergangenen Jahrhunderten seine Anwesenheit verrieten oder die Fingerabdrücke, die im Laufe des 20. Jahrhunderts bereits die Feststellung der Identität ihrer Verursacher ermöglichten, sind die Spuren des Menschen im 21. Jahrhundert zunehmend digitaler Natur. Nicht nur im elektronischen Kosmos des Internets, sondern längst auch in der ganz realen Alltagswelt zeugen Datenspuren von den Wegen und Handlungen der Menschen, geben Auskunft über Gewohnheiten und Kontakte und lassen letztlich Schlussfolgerungen über die Persönlichkeit des Individuums zu.
Die Benutzung von Bankautomaten und die Zahlung mit Kreditkarte, die Einwahl eines Handys in ein lokales Mobilfunknetz gehören ebenso zu den erfassbaren Spuren wie der Gastauftritt im CCTV ("Closed Circuit Television" = Videoüberwachung). Wenngleich die Erkennung biometrischer Merkmale wie Gesichtszüge per intelligentem Videosystem noch in den Kinderschuhen steckt, ist das Ablesen und datentechnische Verarbeiten von Fahrzeugkennzeichen längst kein Problem mehr. Zwar steht die Technik bislang nur in einigen Bundesländern für Verkehrswege jenseits der Autobahn zur Verfügung. Auf letzterer jedoch stünde mit dem Mautsystem "TollCollect" ein flächendeckendes Instrument der Strafverfolgung zur Verfügung.
Erzeugt diese Allgegenwart von Überwachungsmaßnahmen tatsächlich Schutz und Sicherheit oder ruft sie ein Klima der Kontrolle hervor? Wieweit kann, muss oder soll der öffentliche Raum überwacht werden und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

Teilnehmer v.l.n.r.: Constanze Kurz, Rainer Wendt, Lena Engelhardt (Moderatorin), Nils Zurawski
Teilnehmer:
Mittwoch, 23. Mai 2007 um 19 Uhr im Pfefferkorn, Prinzipalmarkt 8-10
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